Mikrokredite entfalten ihre Wirkung dank begleitender Bildung

Sarah Kamungi hat gut lachen - Ihre Buchhaltung schützte sie vor Gefängnis.
Auch andere Frauen können sich nun eine Kuh leisten.
Sarah Kamungi hat gut lachen - Ihre Buchhaltung schützte sie vor Gefängnis.
Sarah Kamungi hat gut lachen - Ihre Buchhaltung schützte sie vor Gefängnis.
Auch andere Frauen können sich nun eine Kuh leisten.
Auch andere Frauen können sich nun eine Kuh leisten.

Kredit und Bildung schützen vor Gefängnis

Sarah Kamungi lebt in Uganda, im Distrikt Wakiso. Vor über zwei Jahren schloss sie sich mit 13 anderen Frauen zusammen, um eine Frauenmikrokreditgruppe zu bilden. Sie erhielten Schulungen in organischem Landbau und Tierhaltung. Ein halbes Jahr trafen sich die Frauen und sparten ein wenig Geld, um die Grundlage für einen Mikrokredit zu legen. Gleichzeitig wählten sie aus ihrer Gruppe eine Sekretärin und eine Schatzmeisterin – und erlernten die einfache Buchhaltung.

Am Anfang, so erzählt Sarah Kamungi, habe sie mit der Buchhaltung nicht viel anfangen können. Sie habe nicht verstanden, weshalb alle aus ihrer Gruppe die einfache Einnahmen- und Ausgabenrechnung beherrschen sollten. Nur, weil sie sonst keinen Kredit erhalten hätte, mühte sie sich mit den Zahlen ab.

Nach sechs Monaten erhielt sie ihren Startkredit von 150.000 ugandischen Schilling (ca. 53 Euro), rückzahlbar innerhalb von einem Jahr mit 10% Zinsen. Sie schaffte sich Küken an, zog sie groß. Problemlos konnte sie den ersten Kredit zurückzahlen und erweiterte ihre Geflügelhaltung. Aus den Erlösen, zusammen mit einem zweiten Mikrokredit, leistete sie sich eine Kuh. Um die gesamte Arbeit mit ihren nunmehr 250 Hühnern und ihrer Kuh zu bewältigen, stellte sie einen Mann ein, der ihr helfen sollte.

Dieser Mann half nicht nur in den Ställen, er kaufte auch das Futter für die Tiere. Eines Tages stand die Polizei vor ihrem Haus. Ihr wurde vorgeworfen, beim Futtermittelhändler ihre Schulden nicht beglichen zu haben. Da die ugandische Polizei gewöhnlich sehr rabiat vorgeht, nahm man sie direkt in Haft. In dieser Situation half ihr nur ihre genaue Buchhaltung, die ihre Tochter in die Polizeiwache brachte. Für jede Ausgabe hatte Sarah Kamungi einen Beleg. So auch für das Geld, dass sie ihrem Helfer für die Futtermittel ausgehändigt hatte. Der Mann verschwand, doch sie kam frei.

„Mikrokredite sind etwas Gutes“, sagt Frau Kamungi, „aber ich habe drei Dinge gelernt: Man muss wissen, wie man das Geld verwaltet; man muss Ausgaben belegen, und wenn man z. B. Hühner hält, muss man sich damit wirklich auskennen.“

120 neue Mikrokreditgruppen sollen in diesem Jahr gefördert werden. Zum Projektspektrum gehören landwirtschaftliche Projekte wie Schweine-, Ziegen-, Hasen-, Hühner-, Rinderhaltung, ebenso Fischerei, Bienenhaltung und Blumenzucht. Auch Fischräucherei und Bäckerei oder Friseursalon sind geplant.

Als Startkredit pro Gruppe sind dazu 250 Euro notwendig. Ihre Spende wird aus Mitteln der deutschen Regierung verdreifacht.

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