Alma Capac
Gemeindeküchen und Trockenlatrinen in Slums

In der Nähe von Lima siedelten sich Zuwanderer-Familien aus der armen Provinz Ayacucho an. Sie leben in einfachsten Basthütten und versuchen ihr Glück als Tagelöhner auf den Baumwollfeldern oder als Straßenverkäufer in der Hauptstadt. Das Monatseinkommen für eine Familie beträgt nicht mehr als 150 €.

Mit Gemeindeküchen und Trockenlatrinen werden Grundlagen für gute Ernährung und Hygiene in Limas Slums gelegt.

Gemeindeküche
Mittagessen
Gemeindeküche
Gemeindeküche
Mittagessen
Mittagessen

Gemeindeküchen in den Slums von Lima

Die Gemeindeküchen dienen nicht nur als „Mensen“, die den Menschen eine Grundlage für ihre Ernährung bieten, sondern auch als Ort für Versammlungen und Weiterbildungsveranstaltungen. Die Dankbarkeit der Menschen ist groß. Sie pflegen ihre Gemeindeküchen und organisieren auf beeindruckende Weise deren Funktionieren.

 

Morgens zwischen 8.00 und 9.00 Uhr entrichten die bei der Gemeindeküche eingetragenen Mitglieder der Küche ihren Obulus von einem Sol (0,33 Cent) pro Mahlzeit. Diejenigen, die diesen einen Sol nicht aufbringen können, verdienen sich ihr Essen durch Mithilfe in der Küche. Mit dem morgens gesammelten Geld wird eingekauft und das Mittagessen zubereitet. Gekocht wird im Rotationsprinzip.

In El Calizal, einer Gemeindeküche mit besonders kinderreichen Familien, wird schon sehnsüchtig auf den Start des Mittagsessens gewartet und durch die Fenster in die Küche gelugt. Die Menschen aus El Calizal kommen ursprünglich aus dem Urwaldgebiet des Amazonas. Sie wurden im Zuge der sogenannten Terrorismusbekämpfung zwischen 1980 und 2000 von dort vertrieben. El Calizal liegt wie alle Slumviertel Limas in der Wüste. In der Gemeindeküche von El Calizal essen täglich 90 bis 110 Kinder. Die Anzahl chronisch unterernährter Kinder in El Calizal lag vor Eröffnung der Gemeindeküche bei ca. 45%.

 

Latrinen
Latrinen

Latrinenbau und Hygiene-Training

Der Tankwagen für Frischwasser bleibt oft aus. Und eine Entsorgung von Abwasser fehlt  gänzlich. Auf dem Land in ihrer Heimat lebten die 120 Familien weit verstreut auseinander. Jetzt aber ist Hygiene ein Riesenproblem. Die meisten Bewohner müssen ihre Bedürfnisse einfach draußen vor der Haustür erledigen. Kinder spielen in den Exkrementen. Die Hälfte der Menschheit muss ohne Latrinen und Abwasserentsorgung auskommen, schätzt Unicef. Dadurch verursachte Krankheiten lassen viele Kinder ihren 5. Geburtstag nicht erleben.

In der Siedlung Cabizal werden nun sechs Latrinen für 20 Familien gebaut. Weitere folgen.

Por el bien comun – für das Gemeinwohl

Kernstück des Projektes ist die Bewusstseinsbildung der Bewohner durch unseren Partner Alma Capac in Lima. Begleitend zur Bautätigkeit wird das Verständnis angeregt für

  • Sauberkeit und Hygiene,
  • richtige Nutzung einer Latrine und
  • Wartung, sowie nötige Organisation.

Durch das praktische Bauen lernen die Bewohner direkt, wie sie ähnliche Latrinen an ihren eigenen Häuschen oder für Bekannte schaffen können– auch in kleineren Einheiten. Denn wer hat nicht den Wunsch, doch lieber eine eigene Latrine für sich alleine zu haben.

El Calizal ist nur ein Beispiel für die Errichtung von Gemeindeküchen und Latrinen. Bereits 17 Dorfküchen mit jeweiligen zugehörigen Latrinen konnten dank der eingegangenen Spendengelder in den letzten Jahren gebaut werden. Weitere sollen folgen.

Zurzeit wird eine Gemeindeküche im Slumviertel „Hiroshima“ errichtet.

An Material- und Baukosten sind für eine einzelne Gemeindeküche mit Latrinen ca. 23.000 Euro zu rechnen. Bei mindestens 120 beteiligten Familien sind damit pro Person etwa 38 Euro notwendig.

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Projekte in:

Wie funktioniert eine Trockenlatrine?

Funktionsbeschreibung einer Trockenlatrine.

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