ROSHNI: Begegnung - Leben - Gestalten

Ein west-östliches Gemeinschaftsprojekt in Lahore/Pakistan

Im Dorf Roshni, am Stadtrand von Lahore, arbeiten und leben Menschen mit und ohne Behinderung zusammen. Täglich kommen etwa 40 Menschen mit Behinderungen in das Tageszentrum von Roshni und arbeiten in drei verschiedenen Werkstätten. Hiervon leben 18 Menschen gemeinsam in zwei Wohngruppen. In einer kleinen Dorfschule lernen mittlerweile 170 Kinder im Kindergarten und in den Klassen 1 - 7. Die Roshni Gemeinschaft möchte die Begegnung zwischen Kulturen des Orients und Okzidents mit einer würdigen Lebensperspektive für Menschen mit und ohne Behinderungen verbinden.

Das Logo von Roshni
Das Logo von Roshni

HINTERGRUND

Lahore:

Lahore liegt in der Region Punjab, dem Land der fünf Flüsse. In dieser Landschaft blühte in der Zeit der alten Hochkulturen etwa gleichzeitig mit Ägypten und Mesopotamien die Indus-Kultur. Die islamische Kultur fand ihren Höhepunkt in der Herrschaft der Moghulkönige im 16. bis 18. Jahrhundert mit einem grossen Reichtum an Bauwerken, die vielfach noch erhalten sind. Durch ihre grosszügige und weisheitsvolle Herrschaft gelang ihnen ein Zusammenleben in religiöser Toleranz mit Hindus, Christen, Parsen und Muslimen. Delhi, Agra und Lahore waren ihre Hauptzentren. Im Zuge der Unabhängigkeit von England wurde Indien 1947 geteilt und der neue Staat Pakistan gegründet. Beabsichtigt war, hier eine Heimat für die Moslems in Nordindien zu schaffen, die sich von der Hindu-Mehrheit vielfach benachteiligt fühlten. Lahore liegt dicht an der Grenze zu Indien und ist heute eine Millionenstadt mit vielen Sehenswürdigkeiten und grossen alten Bazaren, einem vielfältigen Kulturleben, aber auch den üblichen Problemen moderner Großstädte.

Puppentheater
Lehrerinnen
Puppentheater
Puppentheater
Lehrerinnen
Lehrerinnen

Green Earth Roshni School

In der Umgebung von Roshni besuchen viele Dorfkinder weder einen Kindergarten noch eine Schule. Erziehung und Schule sind zentrale Probleme von Pakistan. Die Methoden und die Didaktik sind sehr autoritär geprägt, die Klassen sind zu voll. Auf diesem Gebiet kann die Waldorfpädagogik wichtige Impulse geben. Unser Ziel ist die Erziehung zur Selbstständigkeit und zu umfassend gebildeten Persönlichkeiten.

Erzieher und Lehrerbildung

Um unser Ziel der Erziehung zur Selbstständigkeit und die Verbesserung von Lern- und Lehrmethoden zu erreichen, müssen Erzieher/innen und Lehrer/innen entsprechend ausgebildet werden. Für den Beginn des Kindergartens hat dankenswerter Weise eine deutsche Waldorfkindergärtnerin ihr Freijahr eingesetzt und in Lahore verbracht. Weitere Hilfe von erfahrenen Lehrern ist willkommen. Gegenwärtig besuchen 170 Kinder den Kindergarten und die Schule.

Zukunft

Wir möchten die Lebensgemeinschaft auf insgesamt drei Häuser erweitern und eine kleine Ausbildungsstätte für Mitarbeiter aufbauen. Die Werkstätten sollen weiter entwickelt werden. Hier ist wiederum Hilfe willkommen, insbesondere in unserer Bäckerei. Auch den bio-dynamischen Gartenbau und die Landwirt-schaft wollen wir intensiver ausbauen. Biologische Landwirtschaft ist in Pakistan noch wenig verbreitet und es ist dringend erforderlich, dass auf diesem Gebiet ein Modell geschaffen wird. Wir freuen uns sehr über Interessierte, die uns bei diesem Bemühen tätig oder finanziell unterstützen könnten. Erwachsene Menschen mit Behinderungen haben in unserem Tagesgszentrum und den Werkstätten die Möglichkeit, selbstständig tätig zu werden, Freunde zu finden, etwas zu lernen. Bei Roshni gibt es drei Arbeitsbereiche: die Biobäckerei; die Holz- und die Textilwerkstatt.

In der Biobäckerei entsteht nicht nur Brot zur Eigenversorgung, sie sorgt auch für Kontakt zum sozialen Umfeld. In der Holzwerkstatt produzieren wir Spielzeug, Bilderrahmen, Möbel, in der Textilwerkstatt Stofftiere, Einkaufstaschen, Stickarbeiten usw. Wir streben die Verwendung unbehandelter Naturprodukte an.

Unser Garten bietet Möglichkeiten vielfältiger Betätigung. Allerdings ist das Klima manchmal anstrengend. Neben der Arbeit gibt es breiten Raum für kulturelle und künstlerische Aktivitäten, wie für Malen und Plastizieren, für Musik und Theater.

Roshni Lebensgemeinschaft

Im ersten Gemeinschaftshaus der Roshni Lebensgemeinschaft leben Menschen mit und ohne Behinderung zusammen. Die Eltern der betreuten Menschen sind entweder gestorben oder bereits sehr alt. Manchmal sprechen auch andere Gründe gegen einen Verbleib in der Familie. Ein zweites Gemeinschaftshaus ist in Planung.

Zur Vorgeschichte

Vor etwa 20 Jahren kam Shahida Perveen aus Lahore nach Deutschland und machte in Witten-Annen die Ausbildung zur Waldorflehrerin. Sie hatte das Ziel, in ihrer Heimat eine Schule für arme Kinder zu begründen. 1994 heiratete sie Hellmut Hannesen, damals Geschäftsführer des Verbandes für anthroposophische Heilpädagogik in Deutschland. Bei gemeinsamen Besuchen in ihrer Heimat wurde deutlich, dass dort eine grosse Not bei der Betreuung behinderter Menschen besteht. So wurde in Zusammenarbeit mit der Sonderschule Amin Maktab der Aufbau eines Tageszentrums mit Werkstätten geplant. Im März 2001 zog Familie Hannesen mit zwei Heilpädagogen nach Lahore um, und am 3. September wurden die Werkstätten mit zwölf Abgängern der Schule Amin Maktab eröffnet. Die drei Werkstätten Biobäckerei, Holzwerkstatt und Textilwerkstatt waren zunächst in gemieteten Räumen untergebracht. Im Sommer 2005 konnten die Werkstätten in eigene Räume umziehen und die Lebensgemeinschaft im ersten Gemeinschaftshaus begonnen werden.

Hilfe und Unterstützung / Freiwillige Helfer und Gäste

Es ist unser Ziel, einen Ort der internationalen Begegnung und Verständigung zu schaffen. Seit dem Beginn haben etwa 20 freiwillige Helfer im Roshni-Projekt mitgewirkt, für kürzere Zeiträume von drei Monaten bis hin zu vier Jahren. Sie alle waren eine große Unterstützung beim Aufbau der sozialtherapeutischen Arbeit und der Schule. In diesem Sinne sind auch Gäste sehr willkommen! An einer Mitarbeit Interessierte wenden sich bitte an Hellmut Hannesen, vorzugsweise per email: roshni@gmx.net

Roshni ist auf Spenden aus dem Ausland dringend angewiesen. Einrichtungen der Sozialarbeit erhalten in Pakistan keine staatliche Unterstützung. Es unterstützen uns zwar auch private Spender aus Pakistan, insgesamt ist das Spendenaufkommen hier aber nicht ausreichend.

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