Straßenkinder und Kunst

Kunst am Bau und ...
Kunst am Bau und ...

Therapie und Chance auf ein selbstbestimmtes Leben in Würde

Die „Baobab Schule für Handwerk und Kunsthandwerk“, 2005 gegründet von der Waldorfschullehrerin Edith de Vos aus Freiburg, unterrichtet analphabetische Jugendliche in einer ländlichen Gegend in der Zentralregion in Ghana.

Ein Bericht von Edith de Vos

Als ich den Maler Adjei Sowah vor Jahren kennenlernte, sagte er mir: „Wenn ich male in meinem Hinterhof in Accra, dann kommen immer wieder Straßenkinder zu mir und wollen bei mir malen lernen.“ Als ich ihn fragte, warum sie das wollten, erklärte er mir: „Weil es sie beruhigt, sie lieben das Schöne im Kontrast zu ihrem harten Alltag.“

... Kunst als Therapie: Esther, Teenagerin und Mutter von zwei Kindern
... Kunst als Therapie: Esther, Teenagerin und Mutter von zwei Kindern

Inzwischen malt Adjei Sowah mit unseren Jugendlichen in der „Baobab Schule für Handwerk und Kunsthandwerk“. Sie sind ehemalige Straßenkinder, vernachlässigte Jugendliche, die nicht in die Schule geschickt wurden, Teenagermütter und Analphabeten. Er ist streng mit ihnen, klagt, dass sie zu viel schwatzen und verlangt Konzentration und Aufmerksamkeit. Adjei ist wie ein Vater und Meister für sie, der hingebungsvoll verehrt wird. Sie sind ganz versunken in ihre Arbeit, oft mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Mit einigen besonders talentierten Jugendlichen nimmt Adjei auch außerhalb der Schule Aufträge an: Zum Beispiel das Bemalen von Gästehäusern in einem Strandhotel oder einer Schule.

Kunst als Therapie…

Kunst wirkt als Therapie für verwahrloste Jugendliche oder auch Jugendliche mit Defiziten durch eine Krankheit wie Epilepsie, für eine Teenagermutter, ein Mädchen, das immer nur verweigerte, doch allmählich im Malen sich öffnen konnte. Sie alle können etwas Schönes schaffen und das gibt ihnen Selbstvertrauen.

 

…stabiler werden, Geduld erlernen und bei der Sache bleiben…

Korbflechten, Rattanmöbelbau und Kente –Weben – Künste, in denen es auf Genauigkeit, Fingerfertigkeit und Ausdauer ankommt, in denen sich viele Handgriffe immer wiederholen, bringen die Jugendlichen zu sich, stabilisieren sie, ordnen sie, lehren sie, Geduld zu üben und an einer Sache zu bleiben.

…und an der Aufgabe wachsen…

Alle Künste fördern die Kreativität, ordnen gleichzeitig und lassen die Schüler an der Aufgabe wachsen. Ganz besonders formt auch das traditionelle Trommeln und Tanzen. Tanzt einer aus der Reihe, zerstört er das gesamte Kunstwerk .Die Schüler korrigieren sich in dieser Kunst gegenseitig.

…und Freude und Zuversicht erlangen.

Das harte Leben hat diese Jugendlichen geprägt, hat ihre Seele und auch ihren Körper schwer belastet. Durch die Kunst und das Tanzen öffnen sie sich allmählich, schöpfen neuen Mut

Die Kosten für den Unterhalt der Schule (Material, Essen, medizinische Versorgung, Lehrergehälter etc.) belaufen sich im Jahr auf 41.300 €. Pro Schüler/Jahr sind es 677 €. Mit 56 € ermöglichen Sie einem Straßenkind einen Monat der Ausbildung.

Nach oben

online-spenden

Projekte in: