Solarlampen und -radios als Quantensprung aus primitivsten Lebensbedingungen

Nur 6 % der afghanischen Bevölkerung verfügt über Strom. Im zerklüfteten Afghanistan ist eine zentrale Stromversorgung aus geografischen Gründen nicht möglich. Familien im Gebirge und in den weit verstreuten Dörfern haben nur einfachste Öllampen. Holz ist Mangelware
300 Sonnentage pro Jahr
Um die aus den Dörfern geflüchteten Afghanen zur Rückkehr zu bewegen, muss dort ein Mindestmaß an Lebensqualität möglich werden. Erreicht werden kann dies - bei 300 Sonnentagen im Jahr - durch dezentrale Stromversorgung mit Hilfe der Solarenergie.
Dazu haben in Deutschland wohnhafte Ingenieure aus Afghanistan ein System entwickelt, das den Gegebenheiten in Afghanistan angepasst ist. Es besteht aus einem Solarpaneel mit Akku, welches eine Energiesparbirne sowie ein Radio speist. Vier Stunden lang verfügen die Menschen dadurch über ein 10-fach helleres Licht als durch eine Öllampe. Zudem gibt der Radioempfang das Gefühl, mit der Welt verbunden zu sein; und zwar ohne den Einsatz teurer und giftiger Batterien, die der Umwelt schaden.

Wir wissen vielleicht kaum noch von den Gesundheitsbelastungen durch Petroleumlampen oder der Gefährlichkeit offenen Lichtes. Solarlicht vermeidet Kerosin-Gase und Verbrennungsunfälle, welche häufig Kinder treffen. Nachtlicht wäre besonders für die noch existierenden Krankenstationen eine große Hilfe.
Solar in traditionellem Gewand
Die Solarlampe wird äußerst positiv aufgenommen, und der Bedarf ist riesig! Noch müssen die Solarteile aus China und Deutschland importiert werden. Der Lampenkörper aber wird aus Altblech gebaut und sieht wie eine übliche Öllampe aus. Dies ist in der traditionsbewussten Gesellschaft wichtig.
