Aufforsten in den Anden

Auf diesen Hängen sollen bald schon Taya-Bäume (Caesalpinia Spinoza) wachsen.
Auf diesen Hängen sollen bald schon Taya-Bäume (Caesalpinia Spinoza) wachsen.

Wie das Aufforsten mit lokalen Baumsorten Leben verbessern kann

Im Hochland von Peru liegen auf ca. 2000 bis 3000 Metern Höhe vier Dörfer, weit entfernt vom Straßennetz. Um sie zu erreichen, muss man von der Provinzhauptstadt San Marcos bis zu 12 Stunden laufen. Hier begannen versierte Campesinos 2001 mit dem Aufbau eigener Saatgutspeicher, um Saatgut trocken und sicher zu lagern. Auch eigene Mühlen gibt es vor Ort. Wöchentliche Waren-Tauschmärkte verbessern in den Gemeinden die Ernährungslage. Die Solidarwährung PEON (Tagelohn) gibt den Waren stabile Werte, jenseits von Marktschwankungen. Diese Maßnahmen machten in den letzten Jahren die Campesinos unabhängiger. Jetzt stellen sich die Campesinos einer neuen Aufgabe: Die Böden der vielfach sehr steilen Lagen sind karg und von Erosion betroffen.

Um die Bodenerosion zu stoppen und die Fähigkeit zur Wasserspeicherung zu erhöhen, wollen die Campesinos nun die steilen Hänge aufforsten. So u.a. mit dem Quinual-Baum (Polylepsis sp.). Dieser Baum ist so genügsam, dass er sogar auf einer Höhe von 4000 Metern noch wächst.

Eine weitere Baumsorte ist der Taya-Baum (Caesalpinia Spinoza). Dieser Baum trägt Früchte, mit denen traditionelle peruanische Trachten gefärbt werden. Aus ihren Samenhülsen werden verschiedene Heilmittel hergestellt: Der Teesud wirkt gegen Mandelentzündung, bei Grippe und Fieber, ebenso wird er zur Wundsäuberung und –heilung eingesetzt. Die gemahlenen Samenhülsen werden gegen Flöhe und anderes Ungeziefer angewendet.

In San Marcos sind die Produkte des Taya-Baumes sehr begehrt. Ein Baum gibt bis zu einem Zentner Taya-Früchte pro Jahr; fast 100 € erlöst eine Jahresernte. Marktschwankungen und Transportkosten verringern bisher die Erlöse. Angestrebt ist daher, dass die Bauern die Früchte des Taya-Baumes selber verarbeiten und aufbewahren und so zu besseren Bedingungen anbieten können. Neben dem Schutz vor Bodenerosion verschaffen die Bäume den Campesinos damit auch ein kleines Einkommen.

Für den Start der Baumschulen und das spätere Auspflanzen sind 15.000 € nötig. Bei 430 Campesino-Familien sind dies 35 € pro Familie.

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