Staubecken regulieren den Wasserhaushalt und ermöglichen fruchtbaren Anbau

Das Staubecken spendet Wasser während des ganzen Jahres
Das Ergebnis der Anstrengung: Wasser für Mensch, Tier und Pflanzen
Das Staubecken spendet Wasser während des ganzen Jahres
Das Staubecken spendet Wasser während des ganzen Jahres
Das Ergebnis der Anstrengung: Wasser für Mensch, Tier und Pflanzen
Das Ergebnis der Anstrengung: Wasser für Mensch, Tier und Pflanzen

Die Kaviri-Selbsthilfe-Gruppe besteht aus 24 Frauen und sechs Männern. Sie leben in einer trockenen Region Zentralkenias. Sie alle haben Familie und leben von dem, was sie auf ihren kleinen Feldern erwirtschaften können. Früher regnete es zweimal im Jahr. Die Menschen sprachen vom langen und vom kurzen Regen. Der lange Regen begann im März/April, der kurze Ende September/Anfang Oktober. Die Menschen richteten sich mit dem Anbau nach den Regenzeiten.

Heute nun kommt der Regen unbestimmt. Wenn er fällt, dann häufig so massiv, dass der Boden das Wasser nicht aufnehmen kann. Das kostbare Nass rauscht vorbei. Das soll nun mit Staubecken verhindert werden. Üblicherweise wurden Staudammprojekte durch die kenianische Regierung, internationale Unternehmen oder Entwicklungshilfeorganisationen groß dimensioniert und ohne Mitwirkung der lokalen Bevölkerung gebaut. Die Gemeinschaften machten sich diese Bauten nicht zu eigen. Das Ergebnis sind schlecht unterhaltene, brüchige Staudämme, die ihren ursprünglichen Zweck nicht erfüllen, bei großen Dämmen vielfach Umwelt zerstören.

Die Kleinbäuerinnenorganisation SACDEP dreht diesen Prozess um: Der Wunsch nach einem Staubecken muss von der lokalen Gemeinschaft ausgehen. Die Kleinbäuerinnenorganisation sorgt dann dafür, dass Vertreter des Wasserministeriums, der Gemeinde und der Kleinbäuerinnen zusammenkommen. In mehreren Treffen wird die Idee des Staudammbaus erörtert. Zunächst wird erläutert, wie ein Damm mit Hilfe der lokalen Gemeinschaft gebaut wird. Ein Komitee für Staudammbau wird gewählt. Das Komitee wird im Sozialministerium registriert und eröffnet ein eigenes Konto für den Bau.

Der Vertreter des Wasserministeriums entwickelt entlang den örtlichen Gegebenheiten den Plan für den Staubeckenbau. Die Staubecken sind den Orten entsprechend dimensioniert. Die Gemeinde trägt Arbeitsleistung und lokal verfügbares Material bei, sowie – wenn möglich – einen kleinen Beitrag zu den Baukosten. Die Gemeindemitglieder, auf deren Land das Staubecken entsteht, übertragen die Nutzungs- und Zugangsrechte auf die Gemeinde.

Dann wird der Bauplatz im Beisein der Gemeindemitglieder, des Vertreters des Ministeriums und der Kleinbäuerinnenorganisation abgesteckt und eingezäunt. Auch die Erdarbeiten erfolgen immer unter der wachsamen Präsenz und der Mitarbeit der Gemeindemitglieder. Das gewählte Staubeckenkomitee wird in der Unterhaltung und Pflege des Staubeckens ausgebildet.

Lokal nicht verfügbares Material und die schweren Erdarbeiten sind das kostenintensivste Moment des Staubeckenbaus. Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, wird das fertige Staubecken durch das Wasserministerium geprüft – eine Feier zur Einweihung rundet den Prozess ab.

Die Kaviri-Selbsthilfe-Gruppe hat ihr Staubecken errichtet. Sie sind unabhängiger geworden von den Regenzeiten und konnten ihren Anbau verbessern.

Sieben weitere Kleinbäuerinnengemeinden würden gerne in diesem Jahr ein Staubecken bauen. Es kostet ca. 1.806 Euro und kommt durchschnittlich 40 Familien zugute. Das sind pro Familie ca. 45 Euro. Ihre Spende wird aus Mitteln der deutschen Regierung verdreifacht.

Nach oben

online-spenden

Themen: