Einkommen dank Wildpflanzen
Durch Schulung in ökologischem Landbau, nachhaltiger Sammlung von Wildpflanzen und deren Verarbeitung erhalten verarmte Bauern eine Existenzgrundlage.
Simbabwe war noch vor einem Dutzend Jahren die Kornkammer des südlichen Afrikas. Heute ist es das Land mit der geringsten Lebenserwartung weltweit (Frauen werden durchschnittlich 34, Männer 36 Jahre alt). Es herrscht eine Arbeitslosigkeit von über 90%. Die Infrastruktur ist verfallen. In diesem Jahr wurden über 100.000 Menschen mit Cholera infiziert. Mehr als ein Viertel der Simbabwer sind nach Südafrika, Botswana oder auch Europa geflüchtet. Die Menschen, die im Land leben, haben kaum eine Chance, Hilfe zu erhalten, da die internationalen Geber Druck auf die Regierung ausüben wollen und Zahlungen aussetzten.
KAITE – der Partner vor Ort
KAITE ist eine deutsch–simbabwische Initiative, die seit 2007 vor Ort mit Kleinbauern arbeitet. Der Fokus der Arbeit liegt auf ökologischem Landbau, der Wildpflanzensammlung, kombiniert mit Training für soziale Dorfentwicklung.
Aus der Armut zur nachhaltigen Landwirtschaft
In diesem Projekt werden 250 kleinbäuerliche Familien in biologischer Landwirtschaft weitergebildet. Dabei steht die Wiedergewinnung der Bodenfruchtbarkeit im Zentrum. Der Anbau von Nahrungspflanzen, aber auch von Kräutern und Gewürzpflanzen für den Markt wird gefördert. Zusätzlich werden 100 landlose Familien in der nachhaltigen Wildsammlung von Duftpflanzen geschult und können sich so eine Lebensgrundlage schaffen. In den Schulungen zur Wildsammlung wird die Bedeutung der Umwelt vermittelt und gelehrt, wie wichtig es ist, darauf zu achten, dass genug Samen tragende Pflanzen erhalten bleiben, um den Fortbestand zu sichern. In diesem Jahr wird Tagetes minuta, eine der Studentenblume verwandte Art, gesammelt. Sie wächst in großen Mengen auf den Feldern der Bauern und wurde bisher als Unkraut angesehen.
In einer mobilen Destille, die leicht auf den Feldern aufgebaut werden kann, werden die ätherischen Öle extrahiert. Es ist viel einfacher, die Destille zu den Feldern zu transportieren, als die großen Mengen an Pflanzen zu einem zentralen Sammelpunkt zu bringen. Die Wildsammlung und das Destillieren werden vom KAITE-Team betreut.
KAITE stellt sicher, dass die Bäuerinnen, Bauern und Landlosen ihre Produkte zu fairen Konditionen vermarkten können. Dies geschieht u. a. durch die biologische Zertifizierung der Felder und die Vernetzung der Kleinbauern mit dem internationalen Markt – z. B. der Parfumindustrie in Frankreich. Mit diesem Programm gewann KAITE 2008 bereits den „Global Social Entrepreneurship Competition“ der USA (Internationaler Wettbewerb zu sozialem Unternehmertum) und 2009 den SEED Award der Vereinten Nationen. Dieser SEED-Preis wird gerade zur Ermutigung und Unterstützung junger Organisationen verliehen.
In diesem Jahr sollen zusätzlich 350 Familien einbezogen werden.
Durch Ihre Spenden konnten im Rahmen des Qualifizierunsprogramms für Kleinbauern Trainingsmaßnahmen für 503 Kleinbauern und Landlose, sowie die notwendigen Werkzeuge und Materialien finanziert werden.
Hierfür einen ganz herzlichen Dank!
Lesen Sie hier den Bericht zum 2009 durchgeführten Qualifizierungsprogramm für Kleinbauernfamilien.

