Soziales, wirtschaftliches
und kulturelles Leben im Slum

Verbesserung der Lebensqualität

Aynimundo arbeitet mit der Bevölkerung in den Slums am südlichen Stadtrand von Lima, Peru. Die meisten Menschen leben hier in extremer Armut. Es gibt keine Abwasserentsorgung und keinen Strom. Mangelernährung und Krankheiten führen zu hoher Kindersterblichkeit. Im Verlauf der letzten zehn Jahre hat Aynimundo in diesen Gebieten eine erfolgreiche Arbeit aufgebaut. Schwerpunkte sind:

  • Bildung und Kultur
  • Städtische Infrastruktur
  • Umweltprojekte

Aynimundo unterstützt und fördert Initiativen der Lokalbevölkerung und stellt das nötige technische Fachwissen zur Verfügung.

Rechte von Kindern und Jugendlichen stärken

Der Verein Aynimundo setzt sich in den Slums von Lima für Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung ein. Das Ziel ist, sie und ihre Rechte in allen sozialen Bereichen zu stärken und die Lebensbedingungen der Kinder mit Behinderung zu verbessern.

Kinder bei einem Workshop von Aynimundo.
Körperliche und geistige Behinderung wird oft nur als individuelles Problem betrachtet.
Kinder bei einem Workshop von Aynimundo.
Kinder bei einem Workshop von Aynimundo.
Körperliche und geistige Behinderung wird oft nur als individuelles Problem betrachtet.
Körperliche und geistige Behinderung wird oft nur als individuelles Problem betrachtet.

Die Kinder und Jugendliche in den Slums von Lima erleben schon in jungem Alter physische und verbale Gewalt. Da die größte Sorge ihrer Eltern das Verdienen des Unterhaltes ist, werden die Kinder mit ihren emotionalen, physischen und intellektuellen Bedürfnissen oft vernachlässigt. Wenn das Einkommen der Eltern nicht ausreicht, müssen die Kinder zum Beispiel als Schuhputzer oder Zeitungsverkäufer arbeiten. Es bleibt weder Zeit noch Raum für Bildung, Freizeit und andere altersgerechte Aktivitäten.

Auch in der Schule werden die Kinder mit autoritärem Denken, Diskriminierung, Misshandlung und Ungerechtigkeit konfrontiert. Werte wie gewaltfreies Miteinander und gegenseitiger Respekt sind noch lange nicht in der Praxis angekommen. Vor allem Kinder und Jugendliche mit Behinderung werden trotz der gesetzlichen Inklusionsvorschriften von vielen Schulen abgelehnt. Zudem haben sie kaum Zugang zu therapeutischen Maßnahmen und können keine Selbstständigkeit entwickeln. Auch in der Familie gibt es Vorurteile; Behinderung wird meist mit Unfähigkeit gleichgesetzt und nur als individuelles Problem betrachtet. Die meisten Eltern sind aber auch nicht mit den in Peru verbrieften Kinderrechten vertraut. Dadurch wird es für sie unmöglich, mit Unterstützungs- oder Förderanträgen an Ämter und Verwaltungen heranzutreten.

Kinder haben ein Recht auf Freizeit.
Kinder haben ein Recht auf Freizeit.

Die Arbeit von Aynimundo

Neben zahlreichen Bildungseinrichtungen und Sonderschulen arbeitet Aynimundo auch mit den Vätern und Müttern der Kinder zusammen. So sollen zum Beispiel Begegnungsstätten für Familien entstehen, in denen Eltern den respektvollen und gewaltfreien Umgang mit ihren Kindern erlernen. Zudem sind Anlaufstellen für Kinder mit Behinderungen geplant, um ihnen und ihren Familien fachgerechte Beratung anbieten zu können. Durch Workshops sollen die kognitiven, motorischen und emotionalen Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen mit Behinderung gefördert werden. Damit die Kinder und Jugendlichen auch in der Schule einen respektvollen und gewaltfreien Umgang erfahren, arbeitet Aynimundo mit den Lehrern an gewaltfreier und kreativer Bildung.

Aynimundo erreicht mit diesen Beratungsangeboten und Workshops ca. 600 Schüler in den Slumgebieten San Juan de Miraflores und Villa María del Triunfo. Ein Schüler kann für umgerechnet 22 Euro im Monat an dem Programm teilnehmen. Hierfür werben wir um Spenden.

Spendenzweck: Aynimundo Kinderrechte

 

Malstunde in der Sommerschule.
Die Sommerschulen fördern die Kreativität der Kinder.
Malstunde in der Sommerschule.
Malstunde in der Sommerschule.
Die Sommerschulen fördern die Kreativität der Kinder.
Die Sommerschulen fördern die Kreativität der Kinder.

Sommerschulen für plastische Kunst und Tanz

Diese Sommerschulen in der Schulferienzeit richten sich an Kinder aus vier verschiedenen Armenvier­teln im südlichen Teil der Hauptstadt Lima. Kinder lernen zwei Monate lang, sich künstlerisch im Tanz, der Malerei und Plastik auszudrücken. Es ist ein spielerischer Umgang, um motorische Fähigkeiten zu schulen und die Vorstellungskraft und Kreativität zu fördern.

Die Sommerschulen der letzten Jahre zeigten, dass den 7-10 Jährigen vielmals ganz grundlegende Fä­higkeiten fehlten: Sie wussten nicht, wie man eine Gruppe koordiniert, um einen Kreis zu bilden, eine Reihe oder eine Diagonale im Raum. Sie hatten große Schwierigkeiten, ihren Körper geschmeidig, in Rhythmus und Harmonie zu bewegen.

Ein lebenswertes Leben für Menschen mit Behinderung

Unser Kooperationspartner Aynimundo setzt sich in den Slums von Lima für eine ganzheitlich orientierte Arbeit mit Menschen mit Behinderung ein. Nur so können Eigenengagement und Lebensqualität verbessert werden.

Elvira im Kreis ihrer Familie und...
...bei der Physiotherapie.
Elvira im Kreis ihrer Familie und...
Elvira im Kreis ihrer Familie und...
...bei der Physiotherapie.
...bei der Physiotherapie.

Elvira Manuela Cotrina Falcón ist zwölf Jahre alt und leidet an einer Hirnlähmung. Sie kann sich kaum bewegen und nur wenig sprechen. Auch ihr Seh- und Hörvermögen sind beeinträchtigt. Sechs Jahre lang lebte Elvira in einem engen, dunklen, ungelüfteten Raum einer Hütte in San Juan de Miraflores. Die meiste Zeit verbrachte sie in ihrem Bett. Dort wurde sie Ende letzten Jahres von Verónica Rondón und Armando López von Aynimundo bei einem ihrer üblichen Hausbesuche gefunden. Die beiden betreuen die Arbeit für Menschen mit Behinderung in Slums von Lima.

Es gibt Rechte

Nun haben auch in Peru Menschen mit Behinderungen Rechte, und staatliche Versorgungsleistungen stehen ihnen zu. Doch leider wissen gerade die Menschen in den Armenvierteln nichts davon und sind häufig nicht in der Lage, Unterstützung bei Behörden einzufordern. Ein anderes großes Problem ist die fehlende Früherkennung und -förderung von Kindern mit Behinderung. Ohne Kontakt zu Ärzten werden Entwicklungsverzögerungen oder -störungen zu spät erkannt. Häufig kommen Scham und Hilflosigkeit der Eltern hinzu und die Kinder vegetieren eingesperrt vor sich hin.

So auch im Fall von Elvira. Ihr Vater erkannte die Vaterschaft nicht an; ihre Mutter, Clara Falcón, verdingte sich in unterschiedlichsten Jobs, um Geld für sich und ihre kleine Familie zu verdienen. Bis zu Elviras sechstem Lebensjahr kümmerten sich ihre Großeltern um sie. Doch dann starb der Großvater und die Großmutter allein war zu schwach, um Elvira aus ihrem Bett zu heben und vor die Hütte zu tragen. Elviras Mutter, so berichtet Verónica Rondón, sei immer mit schlechtem Gewissen aus dem Haus gegangen – aber sie habe keine Alternative gehabt.


Eigenes Handeln ermöglichen

Bei ihrem Hausbesuch kamen Verónica Rondón und Armando López mit Elviras Mutter, Clara Falcón, ins Gespräch. Gemeinsam erörterten sie die Situation der kleinen Elvira und suchten nach Verbesserungsmöglichkeiten. Armando López begann mit einer physiotherapeutischen Behandlung einmal in der Woche. Mit dem Behandlungstermin richtete er sich nach Elviras Mutter, damit sie einfache Anwendungen auch gleichzeitig selber erlernen konnte. Er regte an, ein Fenster in die Hütte einzubauen, darauf zu achten, dass Elvira genug frische Luft bekam, was die Großmutter aufgriff und umsetzte. Gemeinsam besprachen sie, Elvira nach Möglichkeit etwas besser zu ernähren.

Mit dem entgegengebrachten Vertrauen wuchsen auch das eigene Zutrauen und damit der Aktionsradius der kleinen Familie. So griff nach einiger Zeit Elviras Mutter das Angebot auf, einmal in der Woche mit ihrer Tochter zur Physiotherapie in ein Schulzentrum zu gehen, wo sich betroffene Mütter treffen. „Dieser Tag ist immer ein kleiner Ausflugstag für Elvira“, erzählt ihre Mutter heute, „an einem solchen Tag sah ich sie das erste Mal nach langer Zeit lächeln.“ Aber nicht nur Elvira profitierte von diesen Ausflügen.

Durch die regelmäßige Begegnung und den Austausch mit anderen betroffenen Müttern gewann auch Elviras Mutter Zutrauen. Sie fand eine neue Arbeit als Honorarkraft für Straßenbefragungen. Diese Arbeit ist zwar nicht besser bezahlt als ihre bisherigen Tätigkeiten, ermöglicht ihr jedoch, mehr Zeit mit ihrer Tochter zu verbringen. Und unterstützt von ihrem neuen Bekanntenkreis erreichte sie, dass ihrer Tochter ein passender Rollstuhl geschenkt wurde und dass sie eine kleine monatliche Beihilfe für ihre Tochter erhält.

Therapien und Unterstützung im Kreis der Gemeinschaft

Das Programm von Aynimundo zielt auf Selbstermächtigung der betroffenen Mütter und Familien und Verbes­serung der therapeutischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung.

Schamgrenzen aufzubrechen, Betroffene und Angehörige einzubeziehen führt auch dazu, dass die Früherkennung von Behinderungen gelingt. Diese kann zu besseren therapeutischen Ergebnissen und förderlichen Lebensbedingungen für die Kinder führen. Auch möchten Verónica Rondón und Armando López dadurch erreichen, dass Menschen mit Behinderung nicht mehr weggesperrt werden. Es geht – ganz praktisch – um gelebte Integration und Befähigung.

Und die Arbeit zeigt Früchte: Allein in diesem Jahr sind fünfzehn Kinder mit Behinderungen in San Juan de Miraflores „aufgetaucht“. Das macht es notwendig, die Arbeitszeit für Armando López, den Physiotherapeuten, und die Sozialarbeiterin, die die Gesprächskreise für Angehörige betreut, auszuweiten.


Für ein Jahr kontinuierlicher Arbeit sind 8.893 € notwendig – einschließlich aller Sozialabgaben. Bei durchschnittlich 180 Kindern, die im Jahr fortlaufend behandelt werden, sind dies 49 € pro Kind und Jahr.

 

Eltern und Kinder von El Nazarethe. Das Holzhaus ist fertig - jetzt fehlen nur noch die Möbel.
Eltern und Kinder von El Nazarethe. Das Holzhaus ist fertig - jetzt fehlen nur noch die Möbel.

Kinderkrippen

In einigen Slumvierteln rund um Lima, so z.B. in Nazarethe, haben sich Frauen zusammengeschlossen, um für ihre Kinder bessere Lebensbedingungen zu schaffen: Sie haben in ihren Vierteln jeweils ein leerstehendes Holzhäuschen ausgebessert und dahinter eine Latrine gegraben. Sobald solch ein kleines „Lokal“ aufgebaut ist, kann sich die Initiative registrieren lassen und erhält von der Regierung Grundnahrungsmittelhilfe für die Kinder in Form von Mais, Reis, Öl und Dosenfisch. Auch ein kleines Honorar für ein bis zwei Kindergärtnerinnen kann dann von der Regierung eingefordert werden.

Für eine Ausstattung der Kinderkrippen mit Bettchen, Tischen, Stühlen und Spielzeug ist Unterstützung notwendig. Pro Kind sind dies einmalig 43 EUR.

„Diese Kinderkrippen bieten den Kindern einen kindgerechteren Entwicklungsraum und eine bessere Ernährung. Zudem gibt es den Müttern die Möglichkeit, nach Arbeit zu suchen und so das Familieneinkommen aufzubessern“ erklärt Verónica Róndon, Leiterin der Initiative Aynimundo.

Ayni bedeutet in der indianischen Quechua-Sprache: „Ich helfe dir, sodass auch du weiter helfen kannst“. Mundo bedeutet in Spanisch „Welt“. Aynimundo umschreibt somit eine Welt, die auf dem Prinzip der gegenseitigen Hilfe beruht. Unterstützen auch sie dieses Motto mit einer Spende für die Organisation.

Spendenzweck: Aynimundo – Bildung und Kinderkrippe im Slum

Nach oben

online-spenden

Themen: