Kimlea/Kenia – einer jungen Frau die Chance auf Eigenständigkeit geben
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Land und Kultur
Etwas nördlich von Nairobi regiert der Tee. Das Auge erblickt nur saftgrüne Teefelder, auf denen die Menschen hart arbeiten. Die besten Pflücker schaffen 30 Kilo Teeblätter pro Tag und bekommen dafür 3 €. – Die Großgrundbesitzer stellen Wohnhütten von ca. 10 qm pro Familie, um ihre Arbeiter zu halten. Durchschnittlich bewohnen sechs Familienmitglieder eine Hütte. Die Kinder müssen oft auf dem Boden schlafen. Zu jeder Hütte gehört ein kleines Landstück von ca. 30 qm, auf dem ein wenig angepflanzt werden kann. Die Bewohner werden sehr arm gehalten und können ihren Kindern höchstens die ersten Schuljahre ermöglichen.
Wie kann man den Teufelskreis von Armut und Unwissenheit durchbrechen? Wohl kaum mit dem staatlichen Schulsystem, das unter dem kolonialen Erbe des sturen Auswendiglernens und einseitigen Intellektualismus leidet! Zudem fehlt es den Familien an Geld für Uniformen, Schulmaterialien, Examina. Deshalb wurden gerade Mädchen kaum zur Schule geschickt. Als Teenager stehen sie dann ohne Schul- und Ausbildung da. Um so mehr ist eine gemeinnützige Initiative in Kenia zu schätzen, die für Mädchen armer Familien eine Hauswirtschafts-Ausbildung durchführt.
Die Schule
Die Hauswirtschaftsschule in Kimlea liegt etwas nördlich von Nairobi im Gebiet der für den Export angelegten Teeplantagen. Sie gehört zur Kianda Foundation, die seit über 40 Jahren durch die Kianda Schule Ausbildungskurse für Mädchen und Frauen anbietet.
Die Schülerinnen lernen an der Kianda Schule Handarbeiten wie Nähen, Schneidern, Stricken, Kochen und Backen. Sie entwickeln ein Ernährungs-, Gesundheits- und Hygienebewusstsein und werden in den organischen Gartenbau samt Kleintierhaltung eingeführt. Auch Säuglingspflege gehört zum Lehrstoff. Für viele Mädchen ist es der erste Kontakt mit technischen Geräten wie Kühlschränken, Backöfen, Bügeleisen oder Strickmaschinen. Die Mädchen lernen auch, ihre eigenen Heimstätten und Gärten mit einfachen Mitteln zu verbessern.
Auswirkungen und Ziele
Zudem soll die Ausbildung dazu befähigen, nicht einfach servil alles zu tun, was von außen befohlen wird. Vielmehr sollen eigene Ideen für den selbstständigen Gelderwerb entwickelt und umgesetzt werden. Solch kreative Selbsthilfen könnten etwa heimgemachte Kleinproduktionen und deren Verkauf sein wie z.B. Hühner- und Hasenzucht oder Backen von Snacks und Kleingebäck. Manchmal finden sie auch eine Stelle als Haushaltshilfe. Auf jeden Fall werden die Mädchen so manches mit anderen Augen und in einem weiteren Zusammenhang sehen lernen. Selbst wenn eine direkte Umsetzung nur beschränkt möglich ist, so wird doch der geistige Horizont geweitet und eine wichtige menschliche Erfahrung gemacht. Dies wird sich nicht nur auf die eigene Haushaltsführung und Kindererziehung auswirken, sondern auch auf die künftige Partnerwahl.
Wie gestaltet sich eine Patenschaft?
Die Patenschaft ist für den Zeitraum des Schulbesuchs gedacht (2 Jahre). Eine Patenschaft kann bei Bedarf jederzeit ohne Kündigungsfrist beendet werden. Wir bitten um rechtzeitige Information, damit wir Ausgleich schaffen und einen neuen Paten suchen können. Die Patenbeträge werden ohne jeden Abzug weitergeleitet.
Das Vertrauen, das aus langjähriger Zusammenarbeit gewachsen ist, und die Wahrnehmung des Engagements der Lehrer/Lehrerinnen und der Betreuer/Betreuerinnen sind Grundlage unserer Kooperation. Die Schule wird jährlich von unabhängigen Wirtschaftsprüfern vor Ort geprüft.
Kontakt zum Patenkind
Jeder Pate/Jede Patin erhält mindestens einmal im Jahr einen persönlichen Brief des Patenkindes mit Foto und gegebenenfalls Zeugnis. Der Brief ist in Englisch geschrieben (eine Übersetzung durch uns ist kostenlos möglich, wir bitten um einen Hinweis). Einmal pro Jahr gibt es einen Schulbericht, durch den Sie die Entwicklung der Schule innerhalb eines Schuljahres mitverfolgen können.
Briefe an die Schülerinnen können Sie kostenlos über uns leiten, das macht die Zustellung sicherer.



