Schulbesuch von Blinden auf dem Dach der Welt

Der Ausbau der Mahabodhi-Internatsschule soll 30 blinden Kindern den Zugang zu Bildung ermöglichen. Hierfür konnte mit Spenden in Höhe von 25.000,- € ein Hostel für Schüler und Erzieher finanziert werden.

Die ersten Schüler des Mahabodhi-Internats
Die ersten Schüler des Mahabodhi-Internats

Internat für Blinde Kinder

Im Jahr 1986 begann der buddhistische Mönch Venerable Bhikkhu Sanghasena das Mahabodhi International Meditation Center in Ladakh aufzubauen. Sein Ziel war es, die praktische Unterweisung im Buddhismus mit der Unterstützung der verarmten Bevölkerung in diesem unzugänglichen Land zu verbinden.

Ladakh – das Dach der Welt

Ladakh erstreckt sich zwischen den Gebirgsketten des Himalaya und des Karakorum auf 3.500 bis 7.000 Metern Höhe und gehört zum indischen Bundesstaat Kaschmir. Nur über zwei Wege erreicht man dieses stille Land der buddhistischen Klöster und Bergwüsten: mit dem Flugzeug oder ab Manali im Süden des Himalajas durch eine anstrengende, zweitägige Fahrt über vier Pässe. Der letzte ist 5.260 Meter hoch und damit der zweithöchste befahrbare Pass der Welt. Nur etwa drei Monate im Jahr ist die Route passierbar. Ungefähr vom 15. Juni bis zum 15. September. Den Rest des Jahres versperren meterhohe Schneemassen den Landweg nach Ladakh. In der Hauptstadt, Leh, einem ehemaligen Karawanenknotenpunkt, leben etwa 27.000 Menschen.

Zum Team des Mahabodhi Meditation Centers (MIMC) in Ladakh gehören Sozialarbeiter, Lehrer, Ärzte, Nonnen und Mönchen sowie Gemeindevertreter. Sie leben und arbeiten in den unterschiedlichen Einrichtungen des MIMC wie Altenheim, Klinik, Schulen und Klöstern.

Jeder Schüler und jede Schülerin wird individuell gefördert.
Jeder Schüler und jede Schülerin wird individuell gefördert.

Die Mahabodhi Internatsschule für blinde Kinder

Schwierig ist der Zugang zu Bildung für fast alle Kinder in Ladakh. Für blinde Kinder ist er nicht selten unmöglich. Die betroffenen Familien sind oft zu arm, um ihren blinden Kindern die zusätzlich notwendige Unterstützung zugeben. Zumeist werden diese Kinder zurückgewiesen. Sie vegetieren ohne Bildung und Förderung vor sich hin.

Deshalb öffnete Venerable Sanghasena 2006 die Mahabodhi Internatsschule auch für blinde Kinder. Momentan leben und lernen hier sieben Kinder, gefördert über Patenschaften. In Zukunft sollen wenigstens dreißig Schüler und Schülerinnen aufgenommen werden. Doch dafür müssen die Unterbringungsmöglichkeiten erst geschaffen werden: Zurzeit schlafen die sieben blinden Kinder, Jungen und Mädchen, zusammen in einem kleinen Zimmer. Diesen Zustand möchten die Verantwortlichen dringend aufheben. Auch die zwei ausgebildeten blinden Lehrer und ihre zwei Helfer leben gemeinsam in nur einem Raum in einem etwas entfernt liegenden Gebäude. Das ist für die Kinder sehr ungünstig, weil sie häufig Unterstützung benötigen. Deshalb soll nun ein kleines Hostel gebaut werden, das 30 Kindern gemeinsam mit ihren Lehrern und Helfern Raum bietet.

Beim gemeinsamen Mittagstisch mit Gästen.
Beim gemeinsamen Mittagstisch mit Gästen.

Eine intergrierte, breite Förderung

Die blinden Kinder werden nach dem Fächerkanon der Blindenpädagogik unterrichtet. Die gut ausgebildeten Lehrer, die selber blind sind, unterrichten auf Hindi und Englisch. Mit Hilfe der Brailleschrift lernen die Schüler lesen und schreiben. Einen breiten Raum nehmen die Orientierungsübungen ein. Der Leiter des Mahabodhi-Zentrums, Venerable Sanghasena, betont, alle blinden Kinder nähmen am Kulturprogramm der Mahabodhi-Schule teil. Außerdem übten sich die Kinder in Rhetorik und in der Gestaltung von Radioprogrammen. Einige von ihnen könnten besonders gut singen und andere Theater spielen. Diese Fähigkeiten würden durchgehend gefördert und die Kinder ermutigt. Denn zusammen mit ihrer übrigen Ausbildung verleihe dies den Kindern Selbstbewusstsein. Und das sei schließlich die Grundlage dafür, dass sie später trotz ihrer Behinderung ein eigenständiges und frohes Leben führen könnten.

Die Vision

In einigen Jahren, so Venerable Sanghasena, sollten alle blinden Kinder Ladakhs die Möglichkeit haben eine Schule zu besuchen.Das Mahabodhi Internat leistet, dank dem Einsatz vor Ort und der Unterstützung aus dem Ausland, hierzu einen Beitrag.

Für die Schüler der Mahabodhi-Internatsschule vermitteln wir auch Patenschaften.

 

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