APAEB – Patenschaften für Kinder armer Landarbeiter

In einem der ärmsten Bundesstaaten Brasiliens, Bahia, nordöstlich der Landeshauptstadt Salvador, in einer wüstenhaften Gegend, unterstützen wir ein ehrgeiziges Projekt, das sich zum Ziel setzt, Kindern von armen Landarbeitern den Zugang zu einer angemessenen Schul- und Berufsausbildung zu ermöglichen. Der Teufelskreis von Analphabetismus, Armut, Ausbeutung und Elend soll durchbrochen werden.

Der Klassenraum in Valente
Der Klassenraum in Valente

Die Schule Escola Familia Agrícola (EFA)

Die Schule für Landarbeiterkinder (Escola Familia Agrícola) bietet Unterricht von der 5. bis zur 8. Klasse an. Die EFA möchte den Kindern der Landarbeiter sowohl den gewöhnlichen Schulstoff als auch eine wüstenangepasste, ökologische Wirtschaftsweise beibringen, damit sie das nötige Werkzeug erhalten, um ihre Wüstengegend in einen lebensfreundlichen Raum zu verwandeln. Mit einer angemessenen Ausbildung erhalten die Kinder das nötige Wissen und Werkzeug, um ein menschengerechtes Leben durch nachhaltige Landwirtschaft zu führen. So lernen die Kinder z.B. welche Nährstoffe in welchen Pflanzen und Früchten stecken, wie und wann man ein Feld bestellt und Kompost herstellt.

Die Schüler halten sich jeweils eine Woche im Internat der Schule und eine Woche auf dem heimischen Betrieb auf. Dadurch können zum einen die erworbenen Kenntnisse der Kinder zu Hause an die Eltern und Geschwister weitergegeben werden. Zum anderen können die Fragen, die aus der praktischen Mitarbeit entstehen, den Schulunterricht beleben.

Für den Betrieb dieser Schule stellt der Staat vier Lehrkräfte zur Verfügung. Die übrigen Kosten müssen die Eltern selber aufbringen. Diese finanziellen Restriktionen führen aber leider dazu, dass nur wenige Kinder in den Genuss dieser Ausbildung kommen können.

Die tragende Genossenschaft „APAEB“: Die Initiative der APAEB (Associação dos Pequenos Agricultores do Estado da Bahia) wurde 1980 von den armen Landarbeitern aus Valente gegründet. Mit der genossenschaftlichen Zusammenarbeit hofften sie, neue Wege für das Überleben in jener wüstenhaften Gegend zu finden.

Mit einer persönlichen Patenschaft können auch Sie ein Landarbeiterkind unterstützen. 31 Euro im Monat genügen, damit einem weiteren Kind die Möglichkeit einer guten Ausbildung mitsamt gesunder Ernährung und medizinischer Betreuung gegeben wird.

Das Besondere an der Patenschaft

Die Besonderheit der Patenschaft zu Kindern aus Valente besteht darin, dass ein kleiner Teil der patenschaftlichen Unterstützungsleistung auf einem separaten Konto der dort ansässigen Mikrokreditbank für das Kind angelegt wird. Über dieses Geld (monatlich 3,00 €) soll das Kind in den höheren Schuljahren, nach Absprache mit seinen Betreuern, verfügen können, um eine erste eigene landwirtschaftliche Investition zu tätigen, etwa in Form einer Kaninchenzucht, einer Ziege oder einiger wichtiger Werkzeuge.

Der Vorschlag zu dieser Vorgehensweise stammt vom Leiter der APAEB, der in den heranwachsenden Menschen die Sensibilität für das Wesen des Sparens und produktiven Einsetzens von Geldmitteln wecken will.

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Das Umfeld der Patenkinder

Die Kinder leben in einem der ärmsten Bundesstaaten Brasiliens, Bahia, nordöstlich der Landeshauptstadt Salvador, zwischen dem 10. und 11. südlichen Breitengrad. Einst, zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert, war Bahia der Mittelpunkt und die Blüte Brasiliens. Damals wurde dort noch das Zuckerrohr zur Deckung des gesamten europäischen Zuckerbedarfs angebaut. Doch als der Zucker Mitte des 17. Jahrhunderts günstiger auf den Antillen erzeugt werden konnte und die Hauptstadt Brasiliens 1763 von Salvador in den Süden nach Rio de Janeiro verlegt wurde, verblieben in Bahia nur noch ein durch die Monokultur ausgelaugter Wüstenboden und eine kümmerliche Wirtschaft.

Besonders stark ist die Verwüstung dort fortgeschritten, wo unser Patenschaftsprojekt angesiedelt ist. Um Valente herum (dem Ort nahe der Schule) wächst schließlich kaum noch eine essbare Pflanze. Die einzige Pflanze, die dort sicher überleben kann, ist Sisal, aus deren Faser Stricke und Teppiche erzeugt werden können. Allerdings ist der Preis für eine Tonne Sisal äußerst gering und die Erzeugung sehr strapaziös und gefährlich. So muss sich ein einfacher Landarbeiter trotz 12-stündiger Tagesarbeit unter starker Sonneneinstrahlung mit ca. 7 € Wochenlohn begnügen; ein Lohn, von dem nicht einmal die nötigen Grundlebensmittel, geschweige denn medizinische Versorgung oder Schulbildung der Kinder bezahlt werden können.

Eine Genossenschaft setzt sich für Kinder ein

Die Gründungsinitiative für diese Schule stammt von einer renommierten örtlichen Bauerngenossenschaft, APAEB (Associação dos Pequenos Agricultores do Estado da Bahia/ Vereinigung der Kleinbauern im Bundesstaat Bahia).

Der positive Einfluss dieser Genossenschaft greift heute in viele Bereiche des sozialen und wirtschaftlichen Lebens der Region ein. Ihre Mitglieder betreiben eine Sisalteppichfabrik, eine Fellgerberei, eine Molkerei, einen kleinen Supermarkt wie auch eine Mikrokreditbank.

Auf kultureller Ebene führt die Genossenschaft Aufklärungskampagnen (u.a. über Gesundheit, Familie, Bildung, Politik) durch, veranstaltet Seminare, leistet technische Betreuung der Landwirte, gibt darüber hinaus sogar eine eigene Monatszeitung heraus und einen Regionalsender.

Die Genossenschaft ist national u.a. durch die Stiftung ABRINQ anerkannt, wegen ihres besonderen Einsatzes für Minderjährige. Besonders freut sich die Organisation über die Berufung ihres Geschäftsführers Ismael Ferreira de Oliveria in das Weltwirtschaftsforum in Davos. Er wurde als einer der 40 besonders sozialen Manager durch die "Schwab-Stiftung für Soziales Unternehmertum".

Wie funktioniert die Patenschaft?

Der monatliche Patenbeitrag beträgt 31€.

Die Patenschaft ist für den Zeitraum des Schulbesuchs gedacht (von der 5. bis zum Abschluss nach der 8.Klasse).

Eine Patenschaft kann bei Bedarf jederzeit ohne Kündigungsfrist beendet werden. Wir bitten nur um rechtzeitige Information, damit wir Ausgleich schaffen und einen neuen Paten suchen können.

Die Patenbeiträge werden ohne jeden Abzug weitergeleitet.

Das Vertrauen, das aus mehrjähriger Zusammenarbeit gewachsen ist, und die Wahrnehmung des Engagements der Lehrer und Betreuer, sind Grundlage unserer Kooperation. Die Schule/Organisation wird jährlich von unabhängigen Wirtschaftsprüfern vor Ort geprüft.

Kontakt zum Patenkind

Jeder Pate erhält einmal im Jahr einen persönlichen Brief des Patenkindes, mit Foto und gegebenenfalls Zeugnis. Der Brief ist in Portugiesisch geschrieben (eine Übersetzung durch uns ist kostenlos möglich, wir bitten um einen Hinweis).

Einmal pro Jahr gibt es einen Schulbericht, durch den der Pate die Entwicklung der Schule innerhalb eines Schuljahres mitverfolgen kann.

Nach vorheriger Abstimmung mit der Schule ist auch ein Besuch vor Ort möglich

Wir sind bei den Vorbereitungen dazu gerne behilflich.

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Themen:

Homepage der Organisation APAEB - Valente

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