Waldorfpuppen von Inka-Nachfahren
Andine Textilwerkstatt als Erwerbs-, Lern- und Sozialquelle für Quechua-Frauen
Sonia Huaman Quispe, eine Puppennäherin sagt: “Für unsere Kinder erhalten wir Unterstützung. Das Projekt ist eine große Hilfe. Es gibt sonst kaum Arbeit für Frauen. Viele Frauen haben keine Ehemänner. Wir können sogar etwas lernen. Hier wurde uns viel geholfen, immer.“
Andahuayillas, ein armes Dorf bei der ehemaligen Goldstadt Cuzco, liegt 3.100 m hoch. Die Menschen leben von der Wolle ihrer Lamas bzw. Alpacas und von Kartoffeln sowie Gerste. Das Leben ist hart. Viele junge Menschen zieht es in die Hauptstadt, wo sie die Elendsviertel vergrößern.
Fortbildungen und eigenes Einkommen: Spinnfertigkeiten der Frauen und Färbewissen für die weiche Lama- und Alpaca-Wolle brachten Julio Herreira und seine Frau Lucy Terrazas im Jahr 2002 auf die Idee, ein Projekt mit jungen Frauen aufzubauen. So begann die Produktion der ersten andinen Waldorfpuppen – handgefertigt und rundherum aus Naturmaterialien hergestellt. Dieses Projekt gibt Frauen eine Fortbildungs- und Einkommensmöglichkeit.
Hässlich sei die erste Puppe gewesen, erzählen die beiden Gründer lachend. Die heutigen Kreationen spiegeln jedoch das Flair des Ortes wider, der gemeinsam mit den Frauen geschaffen wurde: eine warme, heitere Leichtigkeit und Lebendigkeit. Auf sonnendurchfluteten Terrassen erstrecken sich kleine Gärten. Helle Werkstätten in Lehmbauweise schließen sich für die Puppen und deren Kleidchen an.
25 Frauen arbeiten hier und bilden sich einmal in der Woche fort. Ihre Kinder gehen in den projekteigenen Kindergarten. Der ist allerdings noch recht provisorisch untergebracht. Der Lohn der Frauen liegt über dem der Region. Auch bekommen sie medizinische Unterstützung.
Jeden Samstag kommen weitere 40 Frauen aus den umliegenden Dörfern, um sich fortzubilden. Auch diese Frauen würden gerne im Projekt arbeiten; aber dafür muss es noch wachsen.
Werkstätten und Kindergarten müssen erweitert werden. Dafür sind 12.000 Euro nötig, also pro Arbeitsplatz ca. 185 Euro.
Puppen können in Deutschland über Sonya Haas bestellt werden. Nähere Informationen hierzu auch unter http://qewar.de


