Mikrokredite für den Start in das eigenständige Leben

Ausbildung für die Zukunft: Die Bewohnerinnen des Frauenhauses erlernen das Weben und Färben von Schals.
Laxmi in Ihrem eigenen Laden
Ausbildung für die Zukunft: Die Bewohnerinnen des Frauenhauses erlernen das Weben und Färben von Schals.
Ausbildung für die Zukunft: Die Bewohnerinnen des Frauenhauses erlernen das Weben und Färben von Schals.
Laxmi in Ihrem eigenen Laden
Laxmi in Ihrem eigenen Laden

Dank eines Mikrokredits können sich Frauen ein eigenständiges Einkommen schaffen.

Frauen in Nepal haben keinen natürlichen rechtlichen Status. Nur wenn ihr Mann, Vater oder Bruder es ihnen erlaubt, können sie eine Ausbildung anstreben, einer Arbeit nachgehen oder etwa Eigentum erwerben bzw. wählen. Viele Frauen erfahren durch ihren Mann oder ihre männlichen Verwandten schlecht Behandlung. Das Frauenhaus in Nepal unterstützt Frauen dabei, die aus diesem Kreislauf ausbrechen wollen. Ein Mikrokredit ermöglicht ihnen den Start in die Selbstständigkeit.

Gleichberechtigung durch Bildung

Laxmi Thapa wurde als Kind zwangsverheiratet. Aus der Zwangsehe hat sie einen Sohn. Ihr Mann misshandelte und schlug sie. Sie fand bei ihrer Familie keine Unterstützung. Eine Frau gehört ihrem Mann und der wird schon einen Grund haben, wurde ihr entgegengebracht.

Als Laxmi Thapa keinen Ausweg mehr wusste, suchte sie mit ihrem kleinen Sohn Zuflucht im Frauenhaus der nepalesischen Frauenunion. Mit dem rechtlichen Beistand der Frauenunion konnte sie sich scheiden lassen. Nach den ersten drei Monaten im Frauenhaus wurde die Angst vor der ungewissen Zukunft groß, erzählt sie. Doch dann begann sie ihre Ausbildung. Ihr Traum war es, Händlerin zu werden und einen eigenen kleinen Laden für Saris zu führen. Sie lernte, Einnahmen und Ausgaben zu berechnen und eine einfache Buchhaltung aufzustellen. Mit der Zeit fand sie heraus, wo sie Waren günstig kaufen konnte und wie sie als Frau verhandeln kann.

Stolze Unternehmerin

Etwas länger als ein Jahr benötigte sie, bis sie sich reif dafür fühlte, das Frauenhaus zu verlassen und ein neues Leben zu beginnen. Das Startkapital erhielt sie von der Frauenunion. Sie begann mit 10.000 nepalesischen Rupies, etwa 100 Euro, und mietete einen von 1.600 Ständen in einer populären Markthalle in der Hauptstadt Kathmandu. Der laufende Standmeter kostet hier 1.000 nepalesische Rupies im Monat. Das sind etwa 10 Euro. Für jeden Stand gibt es Strom. Morgens wird ab 7.00 Uhr aufgebaut. Ab 8.00 Uhr erscheinen die ersten Kunden. Bis 18.00 Uhr sind die dicht gedrängten Stände geöffnet. Alles kann hier gekauft werden: Kleidung, Lebensmittel, kleine Elektro- und Haushaltsgeräte, Schreib- und Kurzwaren, fein geordnet nach Produktgruppen.

Gemeinsam zum Erfolg

Laxmi Thapa zeigt mit Stolz auf ihren großen Stand. Wohlgeordnet hängen Saris in allen Farben um sie herum. Für fast 2.500 Euro hat sie Waren, rechnet sie stolz vor. Sie kann es sich leisten, ihren Sohn auf eine gute Schule zu schicken und mietet eine Einzimmerwohnung. Gefragt nach dem Geheimnis ihres Erfolgs, lacht sie und sagt: „Ich habe Unterstützung gefunden, ich habe gelernt. Die Frauen der Frauenunion haben mir vertraut und das Geld geliehen. Wenn ich heute Probleme habe, gehe ich zu unseren Frauen. Auch hier auf dem Marktplatz sind fünf von uns. Sie haben zusammen mit mir angefangen. Ich hoffe, viele andere Frauen erhalten auch diese Chance“.

100 EUR ermöglichen einen Start in das eigenständige Leben.

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